Steigende Energiepreise und neue Verordnungen

Mit der aktuellen politischen Situation in Europa und den Auswirkungen auf die Preise von Energieträgern wird die kommende Heizperiode zur Belastungsprobe für die Immobilienwirtschaft. Wie die Preise sich aktuell entwickeln, welche Auswirkungen kurzfristige Maßnahmen der Bundesregierung haben und was LAVA ENERGY zur Einsparung von Energie tut, finden Sie auf dieser Sonderseite.

Warum die Energiekosten derzeit so stark steigen

Die Beschaffungspreise für Erdgas sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Daneben erhöht die anstehende Heizsaison den Beschaffungsdruck, um die Gasspeicher in Deutschland ausreichend aufzufüllen.

All dies resultiert in einem stark ansteigenden Gaspreis, der spätestens mit der Nebenkostenabrechnung 2022 bei Mietern und Eigentümern ankommen wird. Die Grafik rechts zeigt die Erdgaspreisentwicklung in Deutschland der letzten 10 Jahre (Quelle: BDEW, April 2022).

Die Bundesregierung versucht aktuell über verschiedene Verordnungen, den Energieverbrauch so weit es geht zu reduzieren. Für die Immobilienwirtschaft kommt damit insbesondere die Verpflichtung auf, die Bewohner ihrer Gebäude bestmöglich beim Energiesparen zu unterstützen und Maßnahmen zu koordinieren. Im Folgenden fassen wir für Sie die Auswirkungen mit einem Fokus auf die Wärmeversorgung zusammen.

Dieser Abschnitt wird regelmäßig aktualisiert (Stand: November 2022).

 

 

Gesetzliche Änderungen und ihre Auswirkungen

Soforthilfen für Gas- und Wärmekunden

Worum geht es?

 

Die Bundesregierung hat am 19. November 2022 ein Soforthilfegesetz beschlossen, um die Verbraucherinnen und Verbraucher von Gas und Wärme bei den hohen Energiekosten zu entlasten (Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz, ESWG). Diese Entlastung soll die Zeit bis zur Einführung der Energiepreisbremsen, die für 2023 geplant sind, finanziell überbrücken.

 

Die Soforthilfe nach dem EWSG wird vollständig aus Finanzmitteln des Bundes finanziert. Im Rahmen der Erstattungsforderung für die Gewährung der Soforthilfe für Wärme ist es erforderlich, dass der Lieferant personenbezogene Daten der Kunden an einen externen, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) beauftragten Dienstleister weitergibt, damit dieser die Plausibilität des Erstattungsanspruchs des Lieferanten prüfen kann. Zu diesen Daten gehören gemäß § 9 Abs. 5 Nr. 3 EWSG die Liefermenge des Jahres 2021 oder ersatzweise die Liefermenge des letzten Abrechnungszeitraums.

 

Wer ist für die Soforthilfe anspruchsberechtigt?

 

Die Soforthilfe erhalten Wärmekunden, die

 

  • einen Wärmeliefervertrag abgeschlossen haben und deren Jahresverbrauch 1,5 Mio. kWh Wärme nicht überschreitet.
  • die bezogene Wärme im Zusammenhang mit der Vermietung von Wohnraum an ihre Mieter:innen weitergeben (unabhängig vom Jahresverbrauch).
  • die zur Gruppe der staatlichen, staatlich anerkannten oder gemeinnützigen Einrichtungen des Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsbereichs gehören (unabhängig vom Jahresverbrauch).
  • zugelassene Pflege-, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, sowie Kindertagestätten und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, die im Aufgabenbereich des Sozialgesetzbuchs soziale Leistungen erbringen.
  • Kindertagesstätten und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Leistungserbringer der Eingliederungshilfe, sowie bestimmte weitere Bildungseinrichtungen (z.B. der Kammern).

 

Wie wird die Soforthilfe ausgezahlt?

 

Kunden, die von LAVA ENERGY mit Wärme versorgt werden, erhalten bis zum 31. Dezember 2022 eine finanzielle Kompensation in Höhe von 100 % plus 20% des Abschlags vom Monat September 2022. Der Betrag wird auf das hinterlegte Konto überwiesen. Bitte beachten Sie, dass Eigentümer und Vermieter die Kompensation in der nächsten Betriebskostenabrechnung an die Mieter weitergeben müssen.

 

Die reguläre Abschlagszahlung für Wärme wird dennoch ganz normal Ende Dezember eingezogen. Eine Verrechnung der Beträge ist durch den Gesetzgeber ausgeschlossen.

 

Den aktuellen Gesetzestext finden Sie hier: Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz.

 

 

Wärme- und Strompreisbremse

Am 2. November hat die Bundesregierung unter anderem die so genannte Gaspreisbremse und mit den Ländern eine Strom- und Wärmepreisbremse beschlossen. Darüber muss aber noch der Bundestag entscheiden.

 

Die Entlastung bei den Wärmepreisen soll in zwei Stufen erfolgen: In diesem Jahr wird mit der Soforthilfe etwa ein Zwölftel  Jahresrechnung durch den Staat übernommen. In der zweiten Stufe greift dann die Wärmepreisbremse. Hier wird der  zu zahlende Wärmepreis für 80 Prozent des Verbrauchs bei 9,5 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Das heißt, dass für 80 Prozent des Verbrauchs aus dem letzten Jahr höchstens 9,5 Cent/kWh bezahlt werden, eine eventuelle Differenz zahlt der Staat an den Wärmeversorger. Lediglich für die darüber hinausgehende Mengen müssen Verbraucher den kompletten Wärmepreis zahlen. Die Deckelung der Wärmepreise soll bis 30. April 2024 gelten. Die konkrete Ausgestaltung der Wärmepreisbremse für 2023 erfolgt noch in einem Gesetz, das Ende Dezember 2022 in Kraft treten wird.

 

Die Strompreisbremse soll ab 1. Januar 2023 greifen. Demnach soll für Haushalte und kleinere Unternehmen ein Grundkontingent von 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs für einen Brutto-Preis von 40 Cent je Kilowattstunde bereitgestellt werden. Die Versorger sollen die Entlastung direkt mit dem monatlichen Abschlag verrechnen. 

 

Beachten Sie bitte unbedingt: Die geschilderten Maßnahmen sind in der Bundesregierung bzw. mit den Ländern ausdiskutiert worden und waren noch nicht zur Abstimmung im Bundestag. Stand jetzt ist nicht endgültig klar, ob sie so umgesetzt und wie sie im Detail geregelt sein würden.

Anpassung der Mehrwertsteuer

Der Gesetzgeber hat die Senkung der Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) für Gas- und Wärmelieferungen rückwirkend beschlossen. Im Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2024 wird die Steuer von derzeit 19 auf 7 Prozent gesenkt. Mit diesem Schritt sollen Gas- und Wärmekunden hinsichtlich der aktuellen Marktpreisentwicklung entlastet werden.

 

Die gesetzliche Änderung der geltenden Umsatzsteuersätze auf 7 Prozent für Wärmelieferungen werden zum Stichtag 01.10.2022 rückwirkend an Sie weitergeben. Wir werden dies ohne weitere Unterrichtung bei der Rechnungslegung berücksichtigen.

 

Die offizielle Bekanntmachung vom Bundesfinanzministerium finden Sie hier: Befristete Absenkung des Umsatzsteuersatzes für Lieferungen von Gas über das Erdgasnetz und Wärme über ein Wärmenetz.

Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen (EnSikuMaV)

Am 24.08.2022 hat der Gesetzgeber die sogenannte Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen (EnSikuMaV) beschlossen. Die Verordnung zielt darauf ab, mit relativ einfachen und schnell umzusetzenden Maßnahmen bereits für die kommende Heizperiode signifikante Einsparungen zu erzielen. Für Wärmelieferanten und Energieversorger ergeben sich insbesondere aus §9 der EnSiKuMaV für Wohngebäde einige Verpflichtungen gegenüber der Immobilienwirtschaft. Wärmelieferanten und Energieversorger liefern dazu bis zum 30. September 2022 die folgenden Informationen für Wohngebäude:

 

  • Wärmeverbrauch und -kosten eines Gebäudes in der letzten Abrechnungsperiode
  • Voraussichtliche Wärmekosten des Gebäudes in der aktuellen Abrechnungsperiode bei gleicher Wärmeabnahme
  • Rechnerisches Einsparpotential des Gebäudes bei einer durchgängigen Reduktion der durchschnittlichen Raumtemperatur um 1 Grad Celsius

Bitte beachten Sie, dass Eigentümer dazu verpflichtet sind, diese Informationen bis zum 31. Oktober 2022 unter Beachtung des Verbrauchs der jeweiligen Wohneinheit an die Bewohner weiterzugeben. Neben den Pflichten aus §9 ergeben sich für Sie, Eigentümer oder Mieter ggf. weitere Verpflichtungen, die hier nicht erläutert werden können.

 

Bitte prüfen Sie dazu den offiziellen Gesetzestext und lassen Sie sich im Zweifel bei den Verbänden der Immobilienwirtschaft beraten.

Fragen und Antworten

…für Eigentümer und Hausverwaltungen

Ist meine Wärmeversorgung bei LAVA ENERGY sicher?

Wir arbeiten täglich dafür Sie sicher und zuverlässig mit Wärme zu versorgen. Allerdings sind auch wir für den Betrieb unserer mit Erdgas versorgten Energiezentralen auf einen funktionierenden Gasmarkt sowie  dessen Erdgasverteilung angewiesen.

Die Bundesnetzagentur informiert regelmäßig über die aktuelle Lage der Versorgungssicherheit mit Erdgas.

Was tut LAVA ENERGY, um Energie einzusparen?

Die Wärmeanlagen, die wir betreiben, werden ständig auf einen optimierten Betrieb überprüft und anhand der technischen Parameter ausgelegt. Gegenüber einem normalen Anlagenbetrieb sparen wir so bereits bis zu 15% der eingesetzten Energie ein.

 

Daneben überprüfen wir derzeit in Absprache mit unseren Kunden, auch weiterführende Maßnahmen vorzunehmen. Dazu gehören beispielsweise die Anpassung von Heizgrenztemperaturen oder der Heizkurve. Diese Maßnahmen wollen allerdings wohlüberlegt sein, da sie unter Umständen den Wohnkomfort der Bewohner beeinträchtigt.

Wie wirken sich die gestiegenen Preise für Bestandskunden aus?

Leider lassen sich bei den aktuellen Marktbedingungen auch mit langfristigen Lieferverträgen und vorausschauendem Einkauf Preissteigerungen nicht vermeiden. Die Wärmekosten von LAVA ENERGY orientieren sich dabei u.a. am Gaspreis-Index. Die Änderungen der Marktbedingungen spiegeln sich damit in den Wärmekosten für die Bewohner des jeweiligen Gebäudes wider.

 

Unsere Bestandskunden haben wir dazu über die aktuellen Kosten, die prognostizierten Kosten und mögliche Einsparungen informiert.

 

LAVA ENERGY optimiert den Einkauf regelmäßig und profitiert nicht von den gestiegenen Gaspreisen, da die Kosten transparent weitergegeben werden.

Macht es Sinn, die Abschlagszahlungen der Bewohner anzupassen?

Ja, wir empfehlen stark, die Abschlagszahlungen der Betriebskosten im Einvernehmen mit den Bewohnern anzupassen.

 

Unsere aktuelle Prognose geht für das Jahr 2022 von einer Steigerung der Wärmekosten um etwa 200% aus. Im Einzelfall kann dies mehrere tausend Euro an Nachzahlungen für einzelne Wohnungen bedeuten.

…für Mieter und Bewohner

Wie verändern sich meine Wärmekosten in den kommenden Monaten?

Wir haben Ihre Hausverwaltung über die voraussichtlichen Wärmekosten für das Jahr 2023 informiert. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren Wärmekosten direkt an Ihre Hausverwaltung.

Wie kann ich meinen Wärmeverbrauch und meine Wärmekosten reduzieren?

Wir empfehlen, sich auf den untenstehenden Internetportalen zu informieren. Hier finden Sie zahlreiche Maßnahmen, wie Sie Ihren Energieverbrauch reduzieren können:

 

 

Kann man Einstellungen an der Heizungsanlage vornehmen, um den Wärmeverbrauch zu reduzieren?

LAVA ENERGY optimiert den Betrieb der zentralen Heizanlagen laufend. Einige Änderungen an den Einstellungen (wie z.B. die Anpassung der Heizkurve) können zusätzlich Energie sparen, haben aber Auswirkungen auf den Wohnkomfort. Diese Änderungen können nur in Absprache mit der Hausverwaltung erfolgen. Sofern Sie Änderungswünsche haben, wenden Sie sich bitte an Ihre Hausverwaltung.

Ist meine Wärmeversorgung sicher?

Wir arbeiten täglich dafür Sie sicher und zuverlässig mit Wärme zu versorgen. Allerdings sind auch wir für den Betrieb unserer mit Erdgas versorgten Energiezentralen auf einen funktionierenden Gasmarkt sowie  dessen Erdgasverteilung angewiesen.

Die Bundesnetzagentur informiert regelmäßig über die aktuelle Lage der Versorgungssicherheit mit Erdgas.

Ich habe Fragen zu meiner Heizkostenabrechnung. An wen kann ich mich wenden?

Bitte wenden Sie sich in diesem Fall direkt an Ihre Hausverwaltung. Die Heizkostenabrechnung liegt nicht in der Verantwortung von LAVA ENERGY.

Ich kann meine monatlichen Abschlagszahlungen nicht bezahlen.

Bitte wenden Sie sich in diesem Fall direkt an Ihre Hausverwaltung. Die Heizkostenabrechnung liegt nicht in der Verantwortung von LAVA ENERGY.


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